Ich mag Silvester nicht. Es macht mich nervös und unruhig. Ab dem 27. Dezember bekomme ich schlechte Laune. Ich fühle mich deprimiert und dem nahenden Jahresende nicht gewachsen. Ich will nicht feiern, dass ein Jahr vorbei ist. Dass ein neues Jahr beginnt, ist auch kein Grund für geplante Freudenausbrüche. Und Sekt mag ich auch nicht besonders gerne. Eigentlich ist es jedes Jahr das gleiche: Ich will früh schlafen gehen, die Ohren verschließen und alles verschlafen. Und so war es auch am 31.12.1999. Ich wusste wieder nicht, was tun: Wie das Datum ignorieren, wie den Abend begehen, mit wem und wo. Eine große Schlaftablette erschien mir das sinnvollste Millennium-Accessoire zu sein. Besser als eine zur 2000 geformte Zahnbürste oder Brille. Dass ich stattdessen an besagtem Abend dann Lammkeule mit Kartoffeln und Gemüse aß, ist im Nachhinein eine gute Lösung. Es war ein ruhiger Abend, man konnte fast vergessen, dass ein Jahrtausend zuende ging. Ich bin gegen eins schlafen gegangen.



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