Silvester 2000

Der vermeintliche Jahrtausendwechsel, der dann doch keiner war (mir schien es, als hätten das die meisten Leute erst nach Silvester gemerkt), wurde von uns bewusst "normal" bestritten. Keine Helikoptertour in Nordamerikanische Gletscher, keine Mondscheinrodelfahrt in Kitzbühel und schon gar keine Schaumparty in irgendeiner Disko. Thailändisch kochen und, nachdem wir unsere kleine Maus ins Bett gebracht hatten, nachsinnen über das was da war und was da kommen mag. So sollte es werden, aber leider lief nicht alles so wie wir es uns ausgemalt hatten. Während dem Kochen langte unsere kleine Lea mit offener Hand auf eine glühendheiße Herdplatte und vorbei war es mit der gelassenen Vorbereitung des Jahresausklanges. Tränen, tröstende Bonbons, Schmerzen, Arzt, Apotheke, Verband, Eis, Streit, Versöhnung, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlaf. Um 22.00 Uhr schlief unser kleiner Engel. Drei Stunden später als gewohnt. Zeit, die uns nominell aber nicht reell fehlte. Froh über das schlafende Kind und unsere wieder gefundene Harmonie, setzten wir unsere Vorbereitungen fort, wo wir sie Stunden zuvor beenden mussten. Um 23.15 Uhr stand das Hühnchen und der Reis auf dem Tisch und kaum war der letzte Bissen verspeist, gingen schon die ersten Kracher in die Luft. Auf dem Balkon stießen wir mit rotem, köstlichen aber, wie wir am nächsten Morgen lernen mussten, unglaublich schwerem Sekt, an. Das Feuerwerk genießen konnten wir nicht wirklich. Die Sorge um den Schlaf unseres Kindes und der völlig verstörte Hund meiner Eltern ließ uns auf ein baldiges Ende der Knallerei hoffen. Erschöpft, erleichtert und beseelt sanken wir gegen 1.30 in einen herrlichen Schlaf, der für die Micha leider schon wieder gegen 6.00 Uhr im neuen Jahrtausend endete.



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