ich hatte angst, sylvester 2000 nicht mit meiner tochter o. zu verbringen, wegen einem riesengau oder abgeschnittener kommunikation oder irgendeinem riesenchaos, aber der drang ein tolles aufregendes sylvester mit allen möglichkeiten zu haben, war grösser. alles klar gemacht mit v., o's vater, kein streit, aber ein leicht schlechtes gefühl, er geht ständig aufs land zu den ruhigen, die ganz leise techno hören und wo viele kinder rumlaufen, und ich geh, verdorben mein kind verlassend, in die stadt, für alles bereit. na ja, es war eigentlich ein ganz gutes gefühl, endlich etwas freches zu tun, sogar fast wie ein erstes mal, auf jeden fall das erste freche seit o.. ich weiss noch, 2 jahre vorher habe ich mit freundinnen gedacht, für sylvester 2000 räume zu mieten, um problemen aus dem weg zu gehen, aber haben wir doch nie wirklich gemacht. na ja, auf jeden fall war ich dann bei b. (eine liebste freundin) zuhause zum essen eingeladen. da gabs auch noch komplikationen mit der mitbewohnerin, weil b. auch noch s. und ?. eingeladen hatte um mitzuessen, weil die aus berlin gekommen sind und auch nicht richtig wussten, was sie bis zur party machen sollten. das hat mir b. aber nicht erzählt, sie hat mir nur erzählt, dass die mitbewohnerin und ihre freundin nur zu viert essen wollten, da habe ich automatisch gedacht, dass ich wohl zuviel bin. das habe ich b. aber nicht gesagt, obwohl ich echt traurig war, so eine blöde 2000 tapferkeit - habe nur gesagt, dass ich nicht komme, mit irgendeiner begründung. daraufhin war sie dann traurig und hat gesagt, dass sie dann überhaupt keine lust mehr hat. erst war ich zu stolz zu sagen es war ein missverständnis, dann dachte ich, jetzt komm´ aber, das ist doch 2000... dann war erst mal alles ok. aber ich war dann, als ich dort war, plötzlich ein bisschen aufgeregt wegen s. - weil mir dann eingefallen ist, dass sylvester 2000 doch nicht das erste freche sein wird, sondern ein halbes jahr davor habe ich mit s. in berlin auf einer wilden party rumgeknutscht, aber dann gabs so ein zwischenfall mit einem stark betrunkenen, dass wir die sache ganz abrupt abgebrochen haben, weil plötzlich nichts mehr intim war. war bestimmt besser so, aber ihn dann an sylvester 2000 zu sehen, in der wohnung mit der schlecht gelaunten mitbewohnerin, fand ich dann ein bisschen anstrengenend, erst recht weil ich den anderen berliner nicht kannte, und ich mich nicht richtig locker machen konnte, so ein schneller, zynischer, und auch noch aufmerksamer typ, der mit schüchternen leuten, die vor aufregung mal was idiotisches sagen, gar nichts anfangen kann. na ja, dann gabs auch nichts zu essen, obwohl wir zum essen eingeladen waren, - b. hat dann aus der bar sandwiches geholt, was prima war. danach bleigiessen, wir hatten alle etwas undefinierbares, und die mitbewohnerin schlechte laune, weil sie nicht ihr blei mit den berlinern teilen wollte. die ganze zeit habe ich überlegt, ob sie sylvester2000-prinzipien hat oder nicht. streit war das letzte, was ich mir an sylvester vorstellen konnte, aber ihr schien das gar nichts auszumachen. ich habe mich leider zu stark bemüht mir einen anzutrinken wegen allem ,vor allem wegen 2000. um 21:00 war ich schon kurz vor der übelkeit. es war irgendwie schwierig nüchtern darüber nachzudenken, wie schwerwiegend 2000 eigentlich ist. in der grundschule habe ich mir auf jeden fall immer vorgestellt wie unglaublich alt ich 2000 sein werde, und dass wir alle in silbernen spacigen anzügen rumlaufen werden. 21:00 bis 23:00 oder so, nur wasser getrunken und kopfschmerzen bekommen. die kopfschmerzen wurden immer stärker, so dass mir ein bisschen schlecht wurde. um 23:00 dann endlich raus. als ich aus dem Haus kam, standen o.h. und m. schon da, die ich auch nicht so gut kenne und m. hat gleich so ganz laut "millenium sau" geschrien als er mich gesehen hat. daraufhin habe ich wohl irgendwie ratlos ausgesehen, und er hat sich auch noch bei mir entschuldigt. das war echt unangenehm bis die anderen runter kamen. auf die alte brücke, mit meiner schwester übers handy gesprochen, wir wollten uns auch noch dort treffen, aber sie wollte doch lieber ganz alleine sein mit ihrem freund an sylvester 2000, weil sie am nächsten tag arbeiten musste. der arme freund, und meine erstaunliche schwester, - ich würde es nie wagen jemanden zu überreden mit mir alleine sylvester 2000 zu verbringen, wenn ich am nächsten tag arbeiten muss. auf der brücke war schon ein haufen rauch, aber ich hatte nicht so viel angst vor den krachern wie sonst. ich habe gedacht das feuerwerk wird was unglaubliches, wegen 2000, aber wie wusste ich auch nicht, auf jeden fall war es nicht so. der gedanke nochmal s. zu küssen war immer entfernter, weil es nicht berlin war, sondern frankfurt, wo mein alltag ist, wo meine probleme sind, weil ich kopfschmerzen hatte und weil ich wirklich sehr angespannt war wegen 2000. ich habe auch immer gedacht, sylvester 2000 küsse ich alle, alle, alle. aber ich habe weniger als sonst geküsst, oder zumindest nicht 2000angemessen. naja, es sah nicht nach einem riesengau aus, und auf dem land schien auch alles in ordnung. es war eine 2-step party, s. hat aufgelegt, süsse mädchen, aber ich konnte trotzdem diese 2000-sache nicht einordnen. nette jungs. keine männer. kopfschmerzen. b. hat mich überredet koks zu nehmen wegen 2000. das ist eigentlich nicht mein geschmack. 3x mit b. und dem gierigen s. im auto gekokst. ich habe mich immer von aussen gesehen, weil das so wenig ich war. mein echtes ich war purer wahnsinniger kopfschmerz. bis 6 uhr hab ich durchgehalten, dann konnte ich es endlich in seiner ganzheit begreifen das nichts passieren wird. heim in mein wunderbares bett. alles überstanden. kein riesengau. habe erst ein halbes jahr später richtig aufgehört zu rauchen, aber besser als nie.



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